Tiny House update – Küche – Badezimmer- alles fertig!

Mein Tiny House Projekt war über den Sommer ein bisschen im Winterschlaf (muss wohl leicht verwirrt gewesen sein). Nachdem ich mir aber eine Deadline für die Fertigstellung gesetzt habe, ist die Motivation auch wieder zurück gekommen, und hat neuen Wind in die Segel gebracht Der größte Teil der noch gefehlt hat war die Küche und das Badezimmer

Die Küche

Meine Küche war ja davor zwar auch schon funktional, aber ich wollte sie umgestalten, weil ich unbedingt mehr (oder überhaupt) Platz brauche zum Ablegen von diversen Dingen, zum Schneiden von Gemüse und co. Kurz gesagt, eine Arbeitsfläche. Ich hatte ein paar Ideen, wie ich diese Arbeitsfläche hinbekomme, aber die meisten waren so aufgebaut, dass sie einiges an Baumaterial, Zeit und Energie benötigen, weil ich in irgendeiner Form ein Regal selbst bauen muss. Während ich darüber nachgedacht habe, wo ich das Holz zum Bauen herbekomme, und wie ich es tatsächlich umsetzen könnte, hatte ich eine viel einfachere Idee. Ich musste nichts bauen, nur fertige Regale und Kastl zusammenstellen. Und so sieht es jetzt aus:

Küche

Meinen elektrischen Herd und Ofen habe ich auf ein Rollkastl gestellt, und teilweise im Ivar Regal verschwinden lassen. Normalerweise, wenn ich nur eine Herdplatte brauche, kann ich es so nutzen wie auf dem Bild sichtbar, und wenn ich die andere Platte oder den Ofen brauche, dann rolle ich das Kastl heraus, und habe den vollen Funktionsumfang.

Für mein Waschbecken-System suche ich noch immer einen schönen Glasbehälter mit Hahn für mein Wasser, aber das ist hier in Österreich nicht so einfach zu finden. Außerdem möchte ich einen Vorhang oder eine andere Abdeckung für das Chaos unterhalb des Waschbeckens montieren. Aber da das unter die Kategorie “schön”, und nicht unter die Kategorie “nützlich” fällt, hatte es bisher nicht die größte Priorität.

Das Badezimmer

Der letzte Teil der nach der Küche für den Abschluss noch gefehlt hat war das Badezimmer. Die Trockentrenntoilette hatte ich ja schon seit längerem fertig und in Gebrauch, aber da ich noch keine Vorhänge bei den Fenstern habe, habe ich mich immer ein bisschen wie in einer Auslage gefühlt (auch wenn das Fenster in den Garten schaut). Außerdem wollte ich es auch ausprobieren, eine Dusche hineinzubauen. Also habe ich mal zuerst eine Wand gebaut, wo die Dusche hinkommen sollte:

Badezimmer ohne Wand Badezimmer mit Wand

Ich wollte eine zusätzliche Wand anstatt einem Vorhang, um mehr vertikalen Platz zu haben zum Aufhängen von Bildern, Spiegel, etc. Leider habe ich kein Bild von der fertigen Dusche, aber hier eine kurze Beschreibung wie ich sie umgesetzt habe: Nachdem ich keine “normale” Duschtasse gefunden habe, die 60×80 cm groß ist, habe ich nach Alternativen gesucht, und eine Aufbewahrungsbox mit den selben Maßen gefunden. Das Wasser kommt – genau wie bei meiner Abwasch – aus einem Solarduschen-Sack, der so montiert ist, dass ich ihn an einem Flaschenzug herunterlassen kann zum Wasser einfüllen, und wieder raufziehen um das notwendige Gefälle für das Fließwasser zu bekommen. Außerdem gibts einen Duschvorhang, der rundherum geht, damit nicht allzuviel anderes nass wird. Das alles bedeutet, dass ich nur so lange duschen kann wie ich Wasser im Beutel habe, und aber auch nicht mehr als in die Aufbewahrungsbox passt. Die muss ich dann am Ende der Dusche nach draußen rollen (hat praktischerweise Räder auf der Unterseite) zum ausleeren. Damit ihr euch zumindest ein bisschen vorstellen könnt wie es aussieht, hier ein Bild nur mit der umfunktionierten “Duschtasse”:

Duschtasse

Um das Badezimmer abzuschließen, habe ich noch eine Vorhang als Tür aufgehängt, und einen kleinen Spiegel montiert:

Badezimmer Vorhangs-Tür

Das wars! Fertig! Ich hatte noch keine Zeit, gute präsentable Fotos vom gesamten Innenleben meines Hauses zu machen, aber die kommen bald!

Scheiße

Nachdem ich zwei Tage hintereinander in meinem neuen kleinen Häuschen geschlafen habe, ist es sehr schnell sehr offensichtlich geworden, was als nächstes zu tun ist, bevor ich richtig einziehen kann: die Komposttoilette. Es gibt zwar ein Haus am Nachbargrundstück, wo ich auch Klo und co. nutzen kann, aber es ist Winter, und da möchte ich den Luxus haben, für manche Dinge nicht vor die Tür gehen zu müssen…

Ich habe am Dachboden meiner Großeltern übrig gebliebenes Holz gefunden, womit ich begonnen habe, eine Holzkiste zu bauen, die meine Toilette werden soll. Den trennenden Toilettensitz der Firma Separett hatte ich bereits vor Monaten bestellt und bekommen.

Also habe ich mal begonnen, die Box für meine Toilette zu bauen. Ich bin mir sicher, dass jeder Tischler die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, wenn er sieht, wie ich das Projekt umgesetzt habe, aber es besonders schön oder besonders “richtig” zu machen war nicht weit oben auf meiner Prioritätenliste. Ich wollte es einfach nur stabil und funktional haben. Also habe ich zunächst mal den Rahmen gebaut:

Rahmen fertiger Rahmen

Danach habe ich die Holzplatten an alle Seiten außer oben angeschraubt. Zuerst hatte ich überlegt, eine Seitentür zum Entleeren zu bauen, habe mich aber dann dagegen entschieden (großteils aus Faulheit), und werde probieren, die Entleerung (Kübel entfernen) nur über die Öffnung an der Oberseite zu machen.

20141228 233630-small

Die größte Herausforderung war das Loch für das Belüftungsrohr und das Loch für den Toilettensitz. Ich wollte nicht, dass der Sitz herumrutscht, konnte aber das Loch auch nicht zu klein machen, weil sonst der Auffangkübel nicht durchpassen würde. Daher ist es nicht besonders hübsch geworden, funktioniert aber. Das Loch für die Entlüftung habe ich miteinem speziellen Loch-Sägen-Aufsatz für den Akkuschrauber gemacht. Echt cool, wenn man mal weiß, dass es sowas gibt…

Toilettenbox

Uns so sieht sie fertig aus:

20150104 215815-small Komposttoilette

Ich werde euch am Laufenden halten, wie es funktioniert.

Ich baue eine Wand…

Wie ich schon im letzten Eintrag geschrieben habe, ist der nächste Schritt beim Ausbau meines Containers, eine Lehmwand zu bauen. Da Bilder oft mehr als tausend Worte sagen, habe ich durch die vielen verwendeten Bilder ganz schön viele Worte zusammengebracht 😉

Säcke mit Lehm

Meine Entscheidung, welchen Lehm ich kaufen sollte war recht zufällig, weil ich derzeit sowieso nicht wirklich die Unterschiede erkenne. Also habe ich einfach irgendeine trockene Lehm-Mischung (eigentlich Sand-Lehm-Gemisch) gekauft, die mir empfohlen wurde.

Zuerst musste ich mal die Weichfaserplatten an der Wand montieren. Die Frau, die mir den Lehm verkauft hat, hat mir empfohlen, die Platten mit einer Schicht Lehm an die Wand zu “kleben”. Also habe ich begonnen, die Sand-Lehm-Mischung mit Wasser anzurühren, ohne eine Ahnung davon zu haben, welche Konsistenz ich benötige. Als ich das Gefühl hatte, dass es passt, hab ich das Gemisch auf die Weichfaserplatten gepatzt, die am Boden gelegen sind.

Lehm

Am Anfang habe ich nur wenig Wasser verwendet, was dazu geführt hat, dass die Lehmschicht recht dick war, und es schwer war, damit zu arbeiten, bzw. die Masse halbwegs gleichmäßig auf die Platte aufzutragen. Als die Platte voll Lehm war, habe ich sie mit Schrauben an der Wand befestigt. Reines “ankleben” hätte nicht gereicht, vor allem auch weil die ursprüngliche Wand sehr glatt war. Bei den Weichfaserplatten ist es sehr wichtig, dass man darauf achtet, vorsichtig zu bohren, weil man sonst durch die Platte bohrt, anstatt sie zu fixieren. Zusätzlich war mir nicht ganz klar, ob ich das Jute-Netz auch für das “Ankleben” an die Wand benötige, also habe ich die Hälfte der Wand mit, und die andere Hälfte ohne probiert.

Jute-Netz

Als ich fertig war mit dem Montieren der Weichfaserplatten, sah die Wand so aus:

Weichfaserplatten-Wand

Der Lehm zwischen den Weichfaserplatten und der bestehenden Wand ist im Bild nicht sichtbar, aber ist ca 2-4 mm dick geworden. Als nächstes habe ich die Lücken zwischen den Platten (die durch etwas ungenaues Arbeiten entstanden sind) mit (Verschnitt-)Resten und Fasern gestopft.

Lücken in Weichfaserplatte gestopfte Lücken in Weichfaserplatte

Dann kam die erste Schicht Lehm, die ich direkt auf die Wand aufgetragen habe. Inzwischen hatte ich bereits mehr Wasser zu dem Lehmgemisch hinzugefügt gehabt, damit es eine flüssigere Konsistenz bekam und man feiner damit arbeiten konnte. In der anfänglichen Konsistenz hätte ich den Lehm gar nicht erst so auftragen können, dass er auch tatsächlich hält, weil das ganze viel zu trocken gewesen wäre.

Lehm auf Weichfaserplatte

Während der Lehm noch feucht war, habe ich das Jutenetz darübergelegt, und mit einem Tacker zusätzlich befestigt.

Lehm mit Jutenetz Lehmwand mit Jutenetz

Der nächste Schritt war es bereits, die äußere Schicht Lehm auf das Jutenetz aufzutragen. Bei diesem Schritt habe ich erkannt, wozu das Netz gut ist, da der Lehm wesentlich besser gehalten hat als bei der Schicht direkt auf der Weichfaserplatte.

Lehm auf Jutenetz Lehm auf Jutenetz

Als ich mit dem Auftragen der äußeren Lehmschicht für die gesamte Wand fertig war, war die Wand noch immer sehr rauh und mit vielen Unebenheiten von den Werkzeugen (mein Finger ist mir hier auch ein bisschen in den Weg gekommen):

Lehmwand rauh

Mit zusätzlichem Wasser habe ich versucht, die Unebenheiten noch genauer auszubessern, und eine gleichmäßige Oberfläche der Wand zu schaffen.

Lehmwand

Dann war die Zeit gekommen, dass die Lehmwand trocknet. Um Luftaustausch zu ermöglichen, habe ich die Fenster offen gelassen, wodurch es ca. eine Woche gedauert hat, damit die Wand so halbwegs trocken war. Dann konnte ich eine spezielle Lehmfixierung mit einem Pinsel auftragen. Ich bin nicht ganz sicher, ob diese Lehmfixierung notwendig ist (die Leute, von denen ich den Lehm gekauft habe, hatten es mir empfohlen), aber da die Menge die ich gekauft hatte nur für ungefähr die Hälfte der Wand ausgereicht hat, wird auch das ein Experiment ;-). Ich werde beobachten, ob der Teil der Wand der nicht behandelt ist, schneller oder stärker anfängt, abzubröckeln, und werde euch dann darüber berichten…

Und was ist jetzt alles noch zu tun?

  • Parkettboden
  • Korkwand/Korktapete für andere Wände
  • Kompost-Toilette
  • Wände für das Badezimmer
  • Rahmen für das Waschbecken
  • Küche
  • Hochbett
  • ???

Und was wird mein nächster Schritt werden? Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, also wird es eine Überraschung für uns alle 😉