Denkanregung

Es wird viel über Klimaveränderung geredet, und was wir tun oder nicht tun sollen. Viele haben eine Meinung darüber, wie wir diese Veränderungen “stoppen” können, wobei es wahrscheinlich eher um das Verlangsamen geht. Aber alle geht davon aus, dass wir Menschen das ganz von alleine können oder müssen, weil wir so intelligent sind (und vielleicht auch weil wir zu großen Teilen Verursacher davon sind). Ich habe hier zwei Videos, die meiner Ansicht nach sehr schön veranschaulichen, dass die Intelligenz des Hirns nicht unbedingt ausschlaggebend sein muss bei Veränderung, vielleicht sogar kontraproduktiv ist:

https://www.youtube.com/watch?v=M18HxXve3CM
https://www.youtube.com/watch?v=ysa5OBhXz-Q

Es geht vielleicht gar nicht darum, dass wir Menschen noch mehr eingreifen sollen, sondern eher darum, dass wir unsere Einflüsse zurückschrauben, damit die Tiere und Pflanzen sich wieder um das Wiederherstellen des Gleichgewichts kümmern können…

Man soll die Feste feiern wie sie fallen…

In meinem letzten Beitrag habe ich erzählt, dass ich mein Tiny House mit Hilfe einer von mir gesetzten Deadline endlich abschließen konnte. Schon spannend, was ein bisschen (eigen-)Druck bei mir bei mir bewirkt. Speziell wenn es nicht einfach nur ein x-beliebiges Datum ist, sondern das Datum der Hauseinweihungsparty!

Seit einiger Zeit habe ich mich mit unterschiedlichen (Projekt-)Lebenszyklen beschäftigt, und speziell Dragon Dreaming und die natürlichen Zyklen des Medizinrades haben mich in ihren Bann gezogen. Bei Dragon Dreaming zum Beispiel gibt es 4 wiederkehrende Phasen:

  1. Träumen
  2. Planen
  3. Handeln
  4. Feiern

Die letzte Phase – das Feiern – beinhaltet sowohl das Zurücktreten und das vollendete Stück (oder Errungenschaft) zu betrachten, als auch Reflektieren was man anders oder besser hätte machen können, aber im Speziellen wichtig in dieser Phase ist natürlich das Feiern selbst. Es wird als wesentlicher Teil des Projektabschlusses gesehen, der leider sehr oft in der heutigen Zeit vergessen oder als nicht so wichtig abgetan wird.

Ich hätte schon fast auf diesen wichtigen Schritt vergessen, aber nachdem ich schon so vielen Menschen von meinem Häuschen und der geplanten Hauseinweihungsfeier erzählt hatte, musste ich sie wohl oder übel auch wirklich veranstalten. Es war eine tolle Party, die es mir erlaubt hat, mein Ergebnis erst richtig zu realisieren, und stolz darauf zu sein, was ich geschafft hatte. Erst mittendrin im Feiern ist mir aber bewusst geworden, wie wichtig genau dieser Schritt für mich war.

Tage/Wochen/Monate.. wo sind sie hin?

Kennt ihr das? So Zeiten, wo man sich einfach nicht aufraffen kann, auch nur eine Sekunde länger am Computer zu sitzen als absolut notwendig. So waren zumindest die letzten paar Monate für mich. Ich hatte viele Ideen, über die ich schreiben wollte, aber irgendwie konnte ich mich nicht dazu bringen, mich lange genug hinzusetzen um sie zu virtuellem Papier zu bringen. Aber es reicht mir! Jetzt wo ich endlich so gut wie alle meiner alten Beiträge auf Deutsch übersetzt habe, will ich wieder über aktuellere Dinge schreiben! Mein Leben fühlt sich noch immer sehr chaotisch an, aber auch Chaos kann eine Konstante im Leben sein. Genauso wie bloggen ;-).

In den nächsten paar Beiträgen werde ich euch erzählen, was sich so im letzten halben Jahr getan hat. Also schaut bald mal wieder vorbei!

Mein Zuhause ist, wo mein Herz ist

Sonnenuntergang

Ich habe mich vor kurzem gefragt: Wann wird ein Haus zu einem zuhause? – Die Antwort habe ich in einem alten Volkslied gefunden (wahrscheinlich von einem Stamm der nordamerikanischen Ureinwohner, habe ich aber nie verifiziert):

I’ve been travelling a day,                Ich bin einen Tag lang gereist,
I’ve been travelling a year,              Ich bin ein Jahr lang gereist,
I’ve been travelling a lifetime,        Ich bin ein Leben lang gereist,
to find my way home.                       um meinen Weg nach Hause zu finden.

Home, is where my heart is            Mein Zuhause ist, wo mein Herz ist,
Home, is where my heart is            Mein Zuhause ist, wo mein Herz ist,
Home, is where my heart is,           Mein Zuhause ist, wo mein Herz ist,
My heart is my home.                      Mein Herz ist mein Zuhause.

Mein Herz IST wirklich mein Zuhause. Aber dadurch, dass ich so viel meines Herzens in mein kleines Haus gesteckt habe, ist es nun auch Teil meines Zuhause geworden. Mein Zuhause inkludiert auch Menschen, die ich zu meiner Familie zähle und sehr gute Freunde, daher werde ich nie wirklich ohne Zuhause sein. Und trotzdem fühle ich mich, seit ich in mein Häuschen gezogen bin wie wenn ich endlich nach Hause gekommen bin. Wenn ich in meinem Häuschen bin, fühle ich mich wie in einer warmen Umarmung von einer geliebten Person. Es ist sicher nicht perfekt wenn man nach allgemeinen Standards geht, aber es ist in meinen Augen perfekt, mit all seinen Imperfektionen.

Zusammenhänge verstehen

Vor einiger Zeit hat mir ein Freund von einer interessanten Methode erzählt, wie man Kinder aufwachsen lassen kann, die von der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler entwickelt wurde. Eines der Hauptprinzipien dieser Methode ist es, Kindern nicht zu “helfen”, in Positionen oder an Orte zu gelangen, die sie alleine noch nicht erreichen würden. Das bedeutet zum Beispiel, dass wenn man ein Baby in eine sitzende Position bringt, bevor es sich selbst aufsetzen kann, wird es sich unsicher fühlen, und nicht wissen, wie es aus dieser Position wieder herauskommt und wahrscheinlich Stress empfinden. Wenn man aber Geduld hat, bis sich das Baby selbst aufsetzen kann, wird es viel stabiler und selbstsicherer sein, und sich stolz fühlen, weil es eine Herausforderung angenommen und erfolgreich bewältigt hat.

Diese Information hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken wie in der heutigen Gesellschaft Erfahrungen gemacht werden, und wie sie von natürlichen Kreisläufen völlig losgelöst sind. Wenn man unterschiedlichen Berichten und dem generellen Gefühl glauben möchte, entwickeln immer mehr Menschen unterschiedliche psychische “Krankheiten” wie das ominöse ADHS, aber auch klinische Depression und wer weiß was noch alles. Könnte es sein, dass wir nicht wirklich wissen, wie man Ziele ohne negativem Stress erreicht, nachdem wir die Herausforderung angenommen haben, und dadurch wir immer mehr in Stress versetzt werden, und zumindest teilweise uns das Gefühl des Stolzes verwährt wird, wenn man das Ziel dann auch erreicht hat? Und dass daraus dann sich gewisse “Nebenwirkungen” ergeben? – Wobei ja ADHS da vielleicht in eine ganz andere Richtung schlägt.. Aber darüber schreibe ich ein anderes mal…

Außerdem lernen und erfahren nicht sehr viele Menschen in der westlichen Gesellschaft, wo unser Essen herkommt, und was da alles mitspielt. Wir sehen Bilder und Filme, haben vielleicht sogar ein paar Kräuter am Fensterbrett stehen, oder sogar kleine Tomatenpflanzen. Aber uns fehlen so viele Schritte zwischen dem wie die Nahrungsmittel entstehen und dem Zeitpunkt, wenn sie auf unserem Teller landen. Diese Beziehung ist wahrscheinlich besonders zerrissen, wenn es sich um Fleisch/totes Tier handelt, aber das würde den Beitrag hier gerade sprengen. So wie ich es sehe, könnte das zumindest einer der Gründe sein, warum wir als Gesellschaft und sehr oft als einzelner so eine verzerrte Sicht und Beziehung und Gefühl zu unserem Essen haben.

Das gleiche stimmt auch für das Zurücklegen von größeren Entfernungen. Die meisten von uns haben kein richtiges Gefühl dafür, was Distanz eigentlich bedeutet, weil wir (wahrscheinlich) noch nie den Weg zur Arbeit gegangen sind, der mit dem Zug/der U-Bahn nur 20 Minuten dauert, zu Fuß aber mehrere Stunden dauern würde. Und da rede ich noch gar nicht von den Distanzen, die wir mit dem Flieger zurücklegen. Deshalb haben nicht viele Menschen ein realistisches Verständnis, wie viel Energie notwendig ist, damit wir öffentliche Verkehrsmittel, Autos, Flugzeuge etc. nutzen können.

Ist es also wirklich eine Überraschung, dass wir mehr konsumieren als wir uns leisten können (wenn man die Menschen und die Natur in anderen Ländern oder unsere nächsten Generationen mit einbezieht)? So wie ich es sehe, liegt das Problem darin, dass wir nicht wirklich die Zusammenhänge verstehen können, weil wir sie nie wirklich erfahren haben…

Jeder Tag hält Potential für MAGIE

Magie … wie eine große und potentiell energie-raubende Besprechung, die unerwartet verschoben wird, an einem Tag wo du das Gefühl hattest, ihn gerade so zu überstehen.

Magie … wie jemand, der dich anlächelt, wenn du gerade so sehr in negativen Gedanken verstrickt ist, und nur Probleme und Sorgen siehst.

Magie … wie eine majestätische Eule, die völlig lautlos direkt vor deinen Augen auf seine Beute stürzt

Magie … wie einer deiner Lieblingsmusiker, der bei seinem genialen Konzert genau die Songs spielt auf die du gehofft hast.

Magie … wie eine gute Freundin, die einfach nur da ist und sich alles anhört worüber du gerade reden musst, egal wie dumm du das Gefühl hast dass es sich anhört.

Magie … wie eine lange herzliche Umarmung von einer Person, die dir sehr wichtig ist.

Dies ist nur eine kurze Liste der Magie, die sich um uns herum abspielt. Und all das ist mir in den letzten drei Tagen passiert!
Wo findest du Magie in deinem Leben? Würde es dir überhaupt auffallen, wenn sie direkt vor deiner Nase steht?
So wie ich es sehe, gibt es unendliche Versorgung mit Magie im Leben. Wir müssen nur unsere Augen und unsere Herzen öffnen, um sie zu sehen.

Lektionen und neue Abenteuer

Gemeinschaftsgarten in Paris

Mein letzter Blog-Eintrag über die potentiell stark verändernde Kraft des Reisens war großteils inspiriert durch zwei Reisen, die ich vor kurzem unternommen habe. Sehr unterschiedlich, und doch gleichzeitig sehr ähnlich.

Eine davon beinhaltete den Besuch bei einem Paar, das in einem kleinen Haus im Nirgendwo lebt, fast komplett abgeschnitten von der Außenwelt. Kein Strom, kein Gas, kein fließendes Wasser. Bei meinem Besuch habe ich beobachtet, wie sie miteinander umgehen und mit ihrer Umwelt, und habe einen kleinen Vorgeschmack bekommen, wie es sich anfühlen könnte, ein Leben zu führen, wo alles was man tut in direkter Verbindung damit steht, zu (über)leben.

Die andere Reise war in eine große Stadt: Paris. Dort hatte ich eine schicksalhafte Begegnung mit einer Person, die meine Begeisterung dafür, Orte die man besucht wirklich kennen und verstehen zu lernen, teilte. Sein Ausdruck dieser Begeisterung hat sich manifestiert indem er speziell vorbereitete Wandertouren durch unterschiedliche Teile von Paris anbietet. Das spezielle daran ist, dass er nicht nur die Sehenswürdigkeiten zeigt, sondern den Besucher wirklich mit der Stadt bekannt macht. Ihre Geschichte, ihre Menschen. Man bekommt einen Vorgeschmack davon, wie es sich anfühlen könnte, dort zu leben.

Diese kürzlichen Erfahrungen haben mich dazu inspiriert, die Essenz von Gemeinschaften – kleinen und großen – überall auf der Welt zu finden. Ich möchte darüber in einem neuen Blog schreiben: https://essenceofcommunity.wordpress.com/.