Ich baue eine Wand…

Wie ich schon im letzten Eintrag geschrieben habe, ist der nächste Schritt beim Ausbau meines Containers, eine Lehmwand zu bauen. Da Bilder oft mehr als tausend Worte sagen, habe ich durch die vielen verwendeten Bilder ganz schön viele Worte zusammengebracht 😉

Säcke mit Lehm

Meine Entscheidung, welchen Lehm ich kaufen sollte war recht zufällig, weil ich derzeit sowieso nicht wirklich die Unterschiede erkenne. Also habe ich einfach irgendeine trockene Lehm-Mischung (eigentlich Sand-Lehm-Gemisch) gekauft, die mir empfohlen wurde.

Zuerst musste ich mal die Weichfaserplatten an der Wand montieren. Die Frau, die mir den Lehm verkauft hat, hat mir empfohlen, die Platten mit einer Schicht Lehm an die Wand zu “kleben”. Also habe ich begonnen, die Sand-Lehm-Mischung mit Wasser anzurühren, ohne eine Ahnung davon zu haben, welche Konsistenz ich benötige. Als ich das Gefühl hatte, dass es passt, hab ich das Gemisch auf die Weichfaserplatten gepatzt, die am Boden gelegen sind.

Lehm

Am Anfang habe ich nur wenig Wasser verwendet, was dazu geführt hat, dass die Lehmschicht recht dick war, und es schwer war, damit zu arbeiten, bzw. die Masse halbwegs gleichmäßig auf die Platte aufzutragen. Als die Platte voll Lehm war, habe ich sie mit Schrauben an der Wand befestigt. Reines “ankleben” hätte nicht gereicht, vor allem auch weil die ursprüngliche Wand sehr glatt war. Bei den Weichfaserplatten ist es sehr wichtig, dass man darauf achtet, vorsichtig zu bohren, weil man sonst durch die Platte bohrt, anstatt sie zu fixieren. Zusätzlich war mir nicht ganz klar, ob ich das Jute-Netz auch für das “Ankleben” an die Wand benötige, also habe ich die Hälfte der Wand mit, und die andere Hälfte ohne probiert.

Jute-Netz

Als ich fertig war mit dem Montieren der Weichfaserplatten, sah die Wand so aus:

Weichfaserplatten-Wand

Der Lehm zwischen den Weichfaserplatten und der bestehenden Wand ist im Bild nicht sichtbar, aber ist ca 2-4 mm dick geworden. Als nächstes habe ich die Lücken zwischen den Platten (die durch etwas ungenaues Arbeiten entstanden sind) mit (Verschnitt-)Resten und Fasern gestopft.

Lücken in Weichfaserplatte gestopfte Lücken in Weichfaserplatte

Dann kam die erste Schicht Lehm, die ich direkt auf die Wand aufgetragen habe. Inzwischen hatte ich bereits mehr Wasser zu dem Lehmgemisch hinzugefügt gehabt, damit es eine flüssigere Konsistenz bekam und man feiner damit arbeiten konnte. In der anfänglichen Konsistenz hätte ich den Lehm gar nicht erst so auftragen können, dass er auch tatsächlich hält, weil das ganze viel zu trocken gewesen wäre.

Lehm auf Weichfaserplatte

Während der Lehm noch feucht war, habe ich das Jutenetz darübergelegt, und mit einem Tacker zusätzlich befestigt.

Lehm mit Jutenetz Lehmwand mit Jutenetz

Der nächste Schritt war es bereits, die äußere Schicht Lehm auf das Jutenetz aufzutragen. Bei diesem Schritt habe ich erkannt, wozu das Netz gut ist, da der Lehm wesentlich besser gehalten hat als bei der Schicht direkt auf der Weichfaserplatte.

Lehm auf Jutenetz Lehm auf Jutenetz

Als ich mit dem Auftragen der äußeren Lehmschicht für die gesamte Wand fertig war, war die Wand noch immer sehr rauh und mit vielen Unebenheiten von den Werkzeugen (mein Finger ist mir hier auch ein bisschen in den Weg gekommen):

Lehmwand rauh

Mit zusätzlichem Wasser habe ich versucht, die Unebenheiten noch genauer auszubessern, und eine gleichmäßige Oberfläche der Wand zu schaffen.

Lehmwand

Dann war die Zeit gekommen, dass die Lehmwand trocknet. Um Luftaustausch zu ermöglichen, habe ich die Fenster offen gelassen, wodurch es ca. eine Woche gedauert hat, damit die Wand so halbwegs trocken war. Dann konnte ich eine spezielle Lehmfixierung mit einem Pinsel auftragen. Ich bin nicht ganz sicher, ob diese Lehmfixierung notwendig ist (die Leute, von denen ich den Lehm gekauft habe, hatten es mir empfohlen), aber da die Menge die ich gekauft hatte nur für ungefähr die Hälfte der Wand ausgereicht hat, wird auch das ein Experiment ;-). Ich werde beobachten, ob der Teil der Wand der nicht behandelt ist, schneller oder stärker anfängt, abzubröckeln, und werde euch dann darüber berichten…

Und was ist jetzt alles noch zu tun?

  • Parkettboden
  • Korkwand/Korktapete für andere Wände
  • Kompost-Toilette
  • Wände für das Badezimmer
  • Rahmen für das Waschbecken
  • Küche
  • Hochbett
  • ???

Und was wird mein nächster Schritt werden? Ich habe mich noch nicht ganz entschieden, also wird es eine Überraschung für uns alle 😉

Mein Tiny House Projekt läuft noch immer

Endlich gibt es ein paar Neuigkeiten zu meinem Tiny House (Container) Projekt. Es war etwas ruhig um das Thema in letzter Zeit, weil zuerst mal nichts passiert ist, und dann sehr viel passiert ist, und ich mir nicht die Zeit genommen habe, alles nieder zu schreiben, weil ich so im aktiven TUN war. Da ich nun fast fertig mit dem ersten Schritt bin, möchte ich das auch mit euch teilen. So sieht es derzeit in meinem Container aus:

initiale Einrichtung

Ich hatte vor einiger Zeit beschlossen, dass ich die Wände des Containers nicht so belassen will, wie sie ursprünglich sind, weil sie nicht nur billig sind, sondern auch so aussehen, und außerdem kein angenehmes Raumklima schaffen. Da es sich ja um ein großes Experiment zum Thema kleines Wohnen handelt, sind jede Menge kleine Experimente willkommen. Darum habe ich beschlossen, dass ich versuchen werde, eine Lehmwand in meinem Container zu bauen. Vorerst mal nur eine Wand, aber falls ich zufrieden bin – und auch das Geld investieren möchte – könnte eine zweite Wand folgen.

Die Grundidee kam von Theresa von Wohnwagon, die von einer Firma gehört hatte, die modulare Häuser aus mehreren Schiffscontainern bauen, und dann innen nachhaltig isolieren, abgeschlossen mit einem Lehmverputz. Das hörte sich spannend an, und darum habe ich beschlossen, diese Idee zu übernehmen.

Grundsätzlich besteht das ganze aus Weichfaserplatten, einem Jutenetz und dem Lehm. Aber lange Zeit war ich mir sehr unsicher darüber, wie die praktischen Details dieser Konstruktion aussehen. Also begann ich zu recherchieren, speziell auch was die möglichen Probleme und Nebenwirkungen anbelangt. Ich hatte gehört, dass ich speziell auf Schimmel achten sollte, weil sich die Luftfeuchtigkeit unerwartet auswirken kann, speziell dadurch, dass die Metallwände des Containers nicht “atmen” (keinen Feuchtigkeitsaustausch ermöglichen). Ich habe Tipps bekommen, wie bzw. wo (u-wert.net) ich die Isolierung und den Taupunkt errechnen lassen kann, der für das Thema Luftfeuchtigkeit essentiell wichtig ist. Viele Menschen haben mir alle möglichen Dinge erzählt, auf die ich achten sollte, die alle sicher als gut gemeinte Hilfe gedacht waren, aber einen Gedanken-Teufelskreis in meinem Kopf verursacht haben, und schließlich dazu geführt haben, dass ich gar nichts getan habe, weil ich zu viel Angst hatte, einen Fehler zu machen. – Das war die Zeit, in der nicht wirklich etwas passiert ist.

Glücklicherweise bin ich aus diesem doch sehr beschränkenden Psychospiel heraus gekommen und habe erkannt, dass ich einfach nur diese verdammte Wand aufstellen möchte, und dass ich bereit war, im Zuge dessen Fehler zu machen, solange ich davon lernen kann. Der nächste Eintrag handelt also von der Geschichte, wie meine Lehmwand entstand. Also bleibt dran…