Tiny House update – Küche – Badezimmer- alles fertig!

Mein Tiny House Projekt war über den Sommer ein bisschen im Winterschlaf (muss wohl leicht verwirrt gewesen sein). Nachdem ich mir aber eine Deadline für die Fertigstellung gesetzt habe, ist die Motivation auch wieder zurück gekommen, und hat neuen Wind in die Segel gebracht Der größte Teil der noch gefehlt hat war die Küche und das Badezimmer

Die Küche

Meine Küche war ja davor zwar auch schon funktional, aber ich wollte sie umgestalten, weil ich unbedingt mehr (oder überhaupt) Platz brauche zum Ablegen von diversen Dingen, zum Schneiden von Gemüse und co. Kurz gesagt, eine Arbeitsfläche. Ich hatte ein paar Ideen, wie ich diese Arbeitsfläche hinbekomme, aber die meisten waren so aufgebaut, dass sie einiges an Baumaterial, Zeit und Energie benötigen, weil ich in irgendeiner Form ein Regal selbst bauen muss. Während ich darüber nachgedacht habe, wo ich das Holz zum Bauen herbekomme, und wie ich es tatsächlich umsetzen könnte, hatte ich eine viel einfachere Idee. Ich musste nichts bauen, nur fertige Regale und Kastl zusammenstellen. Und so sieht es jetzt aus:

Küche

Meinen elektrischen Herd und Ofen habe ich auf ein Rollkastl gestellt, und teilweise im Ivar Regal verschwinden lassen. Normalerweise, wenn ich nur eine Herdplatte brauche, kann ich es so nutzen wie auf dem Bild sichtbar, und wenn ich die andere Platte oder den Ofen brauche, dann rolle ich das Kastl heraus, und habe den vollen Funktionsumfang.

Für mein Waschbecken-System suche ich noch immer einen schönen Glasbehälter mit Hahn für mein Wasser, aber das ist hier in Österreich nicht so einfach zu finden. Außerdem möchte ich einen Vorhang oder eine andere Abdeckung für das Chaos unterhalb des Waschbeckens montieren. Aber da das unter die Kategorie “schön”, und nicht unter die Kategorie “nützlich” fällt, hatte es bisher nicht die größte Priorität.

Das Badezimmer

Der letzte Teil der nach der Küche für den Abschluss noch gefehlt hat war das Badezimmer. Die Trockentrenntoilette hatte ich ja schon seit längerem fertig und in Gebrauch, aber da ich noch keine Vorhänge bei den Fenstern habe, habe ich mich immer ein bisschen wie in einer Auslage gefühlt (auch wenn das Fenster in den Garten schaut). Außerdem wollte ich es auch ausprobieren, eine Dusche hineinzubauen. Also habe ich mal zuerst eine Wand gebaut, wo die Dusche hinkommen sollte:

Badezimmer ohne Wand Badezimmer mit Wand

Ich wollte eine zusätzliche Wand anstatt einem Vorhang, um mehr vertikalen Platz zu haben zum Aufhängen von Bildern, Spiegel, etc. Leider habe ich kein Bild von der fertigen Dusche, aber hier eine kurze Beschreibung wie ich sie umgesetzt habe: Nachdem ich keine “normale” Duschtasse gefunden habe, die 60×80 cm groß ist, habe ich nach Alternativen gesucht, und eine Aufbewahrungsbox mit den selben Maßen gefunden. Das Wasser kommt – genau wie bei meiner Abwasch – aus einem Solarduschen-Sack, der so montiert ist, dass ich ihn an einem Flaschenzug herunterlassen kann zum Wasser einfüllen, und wieder raufziehen um das notwendige Gefälle für das Fließwasser zu bekommen. Außerdem gibts einen Duschvorhang, der rundherum geht, damit nicht allzuviel anderes nass wird. Das alles bedeutet, dass ich nur so lange duschen kann wie ich Wasser im Beutel habe, und aber auch nicht mehr als in die Aufbewahrungsbox passt. Die muss ich dann am Ende der Dusche nach draußen rollen (hat praktischerweise Räder auf der Unterseite) zum ausleeren. Damit ihr euch zumindest ein bisschen vorstellen könnt wie es aussieht, hier ein Bild nur mit der umfunktionierten “Duschtasse”:

Duschtasse

Um das Badezimmer abzuschließen, habe ich noch eine Vorhang als Tür aufgehängt, und einen kleinen Spiegel montiert:

Badezimmer Vorhangs-Tür

Das wars! Fertig! Ich hatte noch keine Zeit, gute präsentable Fotos vom gesamten Innenleben meines Hauses zu machen, aber die kommen bald!

Jetzt wirds haarig…

Schon seit längerem war ich nicht besonders glücklich damit, dass ich Shampoo nur in Plastikflaschen und mit allen möglichen mir völlig unbekannten Inhaltsstoffen finden konnte. Deshalb habe ich begonnen, nach Alternativen zu suchen, und begann mir Fragen zu stellen: Wie haben die Menschen früher ihre Haare gewaschen, als es noch kein Shampoo aus dem Supermarkt gab?

Ich habe vor einigen Jahren einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo ein Mann in Deutschland seine Haare gesäubert hat, indem er sich “im Dreck gewälzt” hat, wie es die Esel die er betreut hat getan haben. Ich war etwas verwirrt, wie diese Methode mit “Dreck”, Haare SAUBER machen kann, habe dem aber sonst nicht weiter Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein bisschen später bin ich – halb aus Zufall – über einen Blogeintrag über die “nur Wasser“-Methode gestolpert, wo erklärt wird, dass das richtige Bürsten der Haare (von allen Seiten vom Ansatz in die Spitzen, zumindest 25 mal für jede Seite) mit einer Wildschweinborstenbürste die Notwendigkeit für das Haarewaschen stark reduzieren kann, wodurch dann nur noch das Waschen mit Wasser notwendig ist.

Als Erweiterung des ersten Artikels, habe ich auch noch einen zweiten gefunden, über ein “selbstgemachtes” Trockenshampoo. Hier wird erklärt, wie man Maisstärke oder Heilerde verwenden kann, um die Haare zu säubern. Einfach trocken auf den Haaransatz und von allen Seiten ausbürsten.

Auch das Säubern der Bürste ist sehr wichtig, weil wenn der alte Dreck drin bleibt, kann der neue Dreck nicht aufgenommen werden. Ich habe noch nicht die perfekte Methode gefunden, aber mit Seife und einer zweiten Bürste, die man aneinanderreibt, funktioniert es schon ganz gut. Ansonsten auch einfach nur mit Seife und der Hand.

Ich habe diese Kombination an Techniken für die Haarpflege nun schon drei Monate ausprobiert, und das kann ich derzeit berichten:

  1. Die Maisstärke scheint wirklich den überschüssigen Talg zu entfernen! – Ja, ich war selbst überrascht!
  2. Ich hatte ein langes Problem mit Schuppen – das ist nun weg! Die Haare vorne sind noch immer eher trocken, aber es wird schrittweise besser. Sogar meine Friseurin hat bemerkt, dass sich die Haare fester und dicker anfühlen.
  3. Es dauer einige Zeit, sich an diese Art der Haarpflege zu gewöhnen. Aber mir ist es die Zeit wert.
  4. Ich habe natürliche Locken, die normalerweise so gut wie verschwunden sind, sobald ich die Haare einmal durchfrisiere, also habe ich ziemlich lange das Bürsten sehr stark vernachlässigt (außer direkt nach dem Haarewaschen), brauche daher aber in Relation mehr Zeit für Haarpflege, jetzt wo ich meine Haare nicht mehr wasche 😉
  5. Das “Problem”, dass meine Locken weg sind nach dem Bürsten habe ich dadurch gelöst, dass ich sie einfach täglich etwas nass mache und lufttrocknen lasse. Dann sind die Locken wieder da.
  6. Es besteht das Risiko, dass man zu viel Maisstärke verwendet (ist mir oft passiert). Mir sind nicht wirklich Vorteile von mehr Stärke aufgefallen, aber einige Nachteile: es dauert eeeewig, das ganze Zeug auszubürsten, es bleibt auf der Haut (speziell den fettigeren Stellen, z.B. hinterm Ohr) kleben, und die Haare sehen eher matt und farbloser aus. Außerdem ist es nicht zu empfehlen, bald darauf die Haare mit Wasser zu waschen, weil wenn noch Stärke im Haar ist, hat es bei mir dazu geführt, dass die Haare so richtig schön zusammenkleben. Die einzige Lösung in dem Fall war es, nochmal – sobald die Haare trocken waren – die Stärke-Prozedur durchzuführen. Also kurz zusammengefasst: VORSICHT MIT DER DOSIERUNG DER MAISSTÄRKE 😉
  7. Ich reinige meine Haare mit der Maisstärke ca. einmal in der Woche, manchmal seltener, aber ich bürste sie sehr gewissenhaft jeden Tag.

Hier ein paar Bilder zu vorher, mittendrin und danach:

fettiges Haar Haare mit Stärke saubere Haare

Fazit: Ich habe noch nicht aufgehört, mit alternativen Methoden zur Haarpflege weiter zu experimentieren, aber ich habe zumindest eine passable erste Richtung gefunden. Es macht für mich einfach mehr Sinn, eine natürlichere Methode zu verwenden, als Chemikalien in Plastikflaschen auf meine Haut und Haare zu schütten.

Was verwendest du als Shampoo-Alternative? Welche Erfahrungen hast du bereits damit gemacht?

Zusammenhänge verstehen

Vor einiger Zeit hat mir ein Freund von einer interessanten Methode erzählt, wie man Kinder aufwachsen lassen kann, die von der ungarischen Kinderärztin Emmi Pikler entwickelt wurde. Eines der Hauptprinzipien dieser Methode ist es, Kindern nicht zu “helfen”, in Positionen oder an Orte zu gelangen, die sie alleine noch nicht erreichen würden. Das bedeutet zum Beispiel, dass wenn man ein Baby in eine sitzende Position bringt, bevor es sich selbst aufsetzen kann, wird es sich unsicher fühlen, und nicht wissen, wie es aus dieser Position wieder herauskommt und wahrscheinlich Stress empfinden. Wenn man aber Geduld hat, bis sich das Baby selbst aufsetzen kann, wird es viel stabiler und selbstsicherer sein, und sich stolz fühlen, weil es eine Herausforderung angenommen und erfolgreich bewältigt hat.

Diese Information hat mich dazu gebracht, darüber nachzudenken wie in der heutigen Gesellschaft Erfahrungen gemacht werden, und wie sie von natürlichen Kreisläufen völlig losgelöst sind. Wenn man unterschiedlichen Berichten und dem generellen Gefühl glauben möchte, entwickeln immer mehr Menschen unterschiedliche psychische “Krankheiten” wie das ominöse ADHS, aber auch klinische Depression und wer weiß was noch alles. Könnte es sein, dass wir nicht wirklich wissen, wie man Ziele ohne negativem Stress erreicht, nachdem wir die Herausforderung angenommen haben, und dadurch wir immer mehr in Stress versetzt werden, und zumindest teilweise uns das Gefühl des Stolzes verwährt wird, wenn man das Ziel dann auch erreicht hat? Und dass daraus dann sich gewisse “Nebenwirkungen” ergeben? – Wobei ja ADHS da vielleicht in eine ganz andere Richtung schlägt.. Aber darüber schreibe ich ein anderes mal…

Außerdem lernen und erfahren nicht sehr viele Menschen in der westlichen Gesellschaft, wo unser Essen herkommt, und was da alles mitspielt. Wir sehen Bilder und Filme, haben vielleicht sogar ein paar Kräuter am Fensterbrett stehen, oder sogar kleine Tomatenpflanzen. Aber uns fehlen so viele Schritte zwischen dem wie die Nahrungsmittel entstehen und dem Zeitpunkt, wenn sie auf unserem Teller landen. Diese Beziehung ist wahrscheinlich besonders zerrissen, wenn es sich um Fleisch/totes Tier handelt, aber das würde den Beitrag hier gerade sprengen. So wie ich es sehe, könnte das zumindest einer der Gründe sein, warum wir als Gesellschaft und sehr oft als einzelner so eine verzerrte Sicht und Beziehung und Gefühl zu unserem Essen haben.

Das gleiche stimmt auch für das Zurücklegen von größeren Entfernungen. Die meisten von uns haben kein richtiges Gefühl dafür, was Distanz eigentlich bedeutet, weil wir (wahrscheinlich) noch nie den Weg zur Arbeit gegangen sind, der mit dem Zug/der U-Bahn nur 20 Minuten dauert, zu Fuß aber mehrere Stunden dauern würde. Und da rede ich noch gar nicht von den Distanzen, die wir mit dem Flieger zurücklegen. Deshalb haben nicht viele Menschen ein realistisches Verständnis, wie viel Energie notwendig ist, damit wir öffentliche Verkehrsmittel, Autos, Flugzeuge etc. nutzen können.

Ist es also wirklich eine Überraschung, dass wir mehr konsumieren als wir uns leisten können (wenn man die Menschen und die Natur in anderen Ländern oder unsere nächsten Generationen mit einbezieht)? So wie ich es sehe, liegt das Problem darin, dass wir nicht wirklich die Zusammenhänge verstehen können, weil wir sie nie wirklich erfahren haben…

(fast) fließendes Wasser

Um ein bisschen mehr Luxus in meinem Tiny House zu haben, war der nächste Schritt auf meiner Liste, ein Gestell für mein Waschbecken zu bauen. Die Idee war es, einen Wasserbehälter oberhalb zu montieren, der mit einem Wasserhahn verbunden ist, ein Waschbecken, und darunter einen Kübel um das Grauwasser aufzufangen. Mein Ziel war es ein System zu schaffen, das so einfach wie möglich ist, und trotzdem alle meine Bedürfnisse erfüllt.

Email Waschbecken

Auf dem Bild ist das Email-Waschbecken, das ich schon vor Monaten gebraucht im Internet gefunden habe, und mich sofort darin verliebt habe. Die perfekte Größe (38×40 cm), das perfekte Gewicht (leicht), und am wichtigsten: ganz genau der Stil nachdem ich gesucht hatte. Ich wollte keines aus Plastik, weil das einfach nur billig ist, es sieht schrecklich aus,…. naja, ich brauche glaub ich nicht alle meine Gründe aufzählen, warum das einfach keine Option war für mich. Keramik wäre okay, aber ist sehr schwer, und passt finde ich genauso wenig vom Stil her in mein Tiny House. Metall ist zwar nicht perfekt, wäre aber die einzige andere Option gewesen, mit der ich hätte leben können, aber glücklicherweise musste ich das nicht. Das Lustige daran ist, dass dieses Waschbecken nicht nur perfekt ist wegen all der Gründe die ich gerade aufgezählt habe, sondern es war auch die billigste Variante! Der Mann, der sie mir verkauft hat, hatte gleich mehrere, und wusste nicht, was er damit tun soll.

Gestell für Waschbecken

Also zum Gestell… Ich wollte nicht das ganze Gestell selbst bauen, vor allem weil ich mir ein bisschen unsicher war, ob ich das hinbekomme, dass es stabil genug wird. Also habe ich für den hinteren Teil (der an der Wand steth) ein IVAR Gestell (von IKEA) verwendet, das 50 cm breit und 180cm hoch war, und ein weiteres, das nur 80 cm hoch war für die Vorderseite. Da 80 ein bisschen zu niedrig war für mein Waschbecken habe ich ein bisschen an der Höhe herumgebastelt, einen Rahmen für das Waschbecken gebaut, und alles fest verschraubt.

Waschbecken mit fließendem Wasser

Als Wasserbehälter habe ich den Sack eine Solardusche mit minimalistischem Wasserhahn verwendet und einfach auf das IVAR Regal gehängt, einen Kübel unter das Waschbecken gestellt, und jetzt habe ich den Luxus von fließendem Wasser (das ich in regelmäßigen Abständen mit Kanister nachfüllen muss)! Es ist echt faszinierend, wie Dinge, die so klein und unscheinbar wirken, so einen großen Unterschied machen können, und bei mir so viel Begeisterung auslösen können! Ich bin zwar jetzt noch auf der Suche nach einem schöneren Wasserbehälter (vorzugsweise aus Glas), aber vorerst passt es schon mal sehr gut.

Scheiße. Und was jetzt?

Da ich einige Fragen über meine Komposttoilette bekommen habe, wie sie eigentlich funktioniert, was das Ziel ist, etc., habe ich beschlossen, ein bisschen meiner Recherche mit euch zu teilen. Achtung: ich werde das Thema nicht schönreden. Also wer über Scheiße nicht lesen möchte, sollte jetzt aufhören.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen dem guten alten Plumpsklo und einer Komposttoilette?

Naja, das Plumpsklo war meist nicht im Haus, sondern draußen in einem extra “Häusl”, was wahrscheinlich auch aufgrund des intensiven Geruchs sich so ergeben hat, oder weil es weiter weg war, war der Geruch kein Thema. Meist wurde einfach eine Grube gegraben, ein Häusl draufgestellt, und benutzt bis es voll war. Früher haben sie dann vielleicht einfach daneben ein zweites Loch gegraben, aber irgendwann wurde damit begonnen, die Senkgruben auszuheben und gesammelt irgendwo zu verarbeiten.

Die Komposttoilette ist in mancherlei Hinsicht nicht so viel anders, aber der Fokus und die Intention ist es schon. Eines der Hauptziele z.B. ist das Vermeiden/Sparen von Wasser, und in weiterer Folge nicht die Exkremente zu verwässern, damit man sowohl das Wasser als auch die Exkremente nicht mehr nutzen kann solange sie nicht in einer Kläranlage mit viel Energieaufwand behandelt wurden. Um noch einen Schritt weiter zu gehen ist die Idee, wieder geschlossene (Natur-)Kreisläufe zu schaffen. Durch das Kompostieren der Exkremente werden diese – mit etwas Zeit und Geduld – in wertvollen Dünger verwandelt, der benutzt werden kann um wieder Nahrungsmittel zu produzieren.

Der letzte Punkt ist wahrscheinlich der, der die meisten Menschen verunsichert: “Aber es könnten doch Krankheiten übertragen werden und wer weiß was da noch alles drin ist…” – Naja, Ich kann derzeit nur die Information wiedergeben, die ich in meiner Recherche gefunden habe, aber im Grunde ist es hauptsächlich wichtig, den Kompostierungsprozess vollständig (genug hohe Temperatur, ausreichender Zeitraum) abschließen zu lassen. Ich würde das Endprodukt wahrscheinlich trotzdem nicht für mein Gemüse sondern eher für Gebüsch und Bäume verwenden, aber das ist vor allem, weil ich (derzeit noch) nicht genug über die überaus genaue Wissenschaft der Kompostierung weiß.

Falls das der Teil ist, der dich besonders verunsichert, gibt es immer noch die Möglichkeit, die Fäkalien in einem (dicken und vorzugsweise undurchsichtigen) Sack zu sammeln und in den Müll zu werfen. Mit dieser Lösung werden zwar keine Kreisläufe geschlossen, aber zumindest die anderen Ziele erreicht (Wasser sparen, etc.)

Ich habe außerdem vorher schon kurz den Geruch erwähnt… Ich habe einige Beiträge darüber gelesen, und die Hauptaussage ist, dass der Hauptgestank davon kommt, dass Fäkalien und Urin zusammengemischt werden. Diesbzgl. habe ich bereits vor einem Jahr ein Experiment durchgeführt, und tatsächlich einen wesentlichen Unterschied in der Geruchsbelastung festgestellt. Aber nur weil es getrennt weniger stinkt, heißt das nicht, dass es gar nicht riecht/stinkt. Das tut es nämlich schon. Es ist also auf jeden Fall wichtig, immer den Klodeckel zu schließen, und vorzugsweise ein Belüftungssystem mit einzubauen.

Um die Trennung von Urin und Exkrementen zu erreichen, habe ich eine speziellen Toilettensitz von der Firma “Separett” verwendet, die alle möglichen Varianten von wasserlosen Toiletten-Systemen anbieten; von einem sehr einfachen Toilettensitz wie ich ihn benutze bis zu hoch-technischen Komposttoiletten.

In den ersten paar Wochen der Verwendung hat mich am meisten überrascht, wie das Mengenverhältnis zwischen Urin und Exkrementen tatsächlich aussieht. Ich muss meinen Urin-Kübel fast täglich leeren (ist ein eher kleiner Kübel), und der Exkremente-Kübel ist gerade mal halbvoll nach mehreren Wochen! Zu Beginn war der Geruch fast nicht merkbar, aber jetzt – nach ca 3 Wochen – hat sich ein Geruch breit gemacht, und scheint es Zeit, auch die Exkremente zu leeren. Wobei ich mir nicht mal ganz sicher bin, ob der Geruch wirklich von der Toilette kommt. Und er ist zwar merklich, aber nicht unerträglich – und das noch ganz ohne Ventilationssystem!

Hat jemand von euch andere Erfahrungen in dem Bereich? Ich würde sehr gerne darüber lesen!

Beweg deinen Hintern!

Obwohl ich in einem früheren Eintrag geschrieben habe, dass ich eine voll funktionstüchtige Toilette brauche, um wirklich einziehen zu können, hat der Prozess des Toilettenbaus sich etwas mit meinem Einziehen überschnitten, weil ich einfach nicht länger warten konnte bzw. wollte. Also war die große Frage: Was brauche ich wirklich zum Leben?

Also, “brauchen” wird ja von jeder Person zu unterschiedlichen Zeitpunkten etwas anders definiert. Ich für mich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn ich manche Teile von Veränderungen zu radikal oder zu schnell umsetze, dass mich das völlig vom Pfad der Veränderung abwenden lässt. Also habe ich mir “erlaubt”, die Bedeutung von “brauchen” etwas auszudehnen.

Vorerst habe ich einen Teil meiner Kleidung, einige Küchenutensilien, Handtücher, und – was ich sehr überraschend fand – großteils Bücher übersiedelt! Ich habe ein paar davon aussortiert, und andere sind noch in einer Box gelandet mit der Aufschrift “mindestens einmal gelesen, kann sie trotzdem nicht hergeben”, aber ungefähr ein Drittel (wenn nicht sogar mehr) von all dem was ich im ersten Schwung übersiedelt habe war Bücher! Ich kann (und will auch gar nicht) sagen, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, aber es war doch sehr überraschend für mich.

Ich habe noch lang nicht alles übersiedelt, was ich wahrscheinlich noch irgendwann brauche, aber der erste Schritt für das tatsächliche Leben in einem Tiny House ist mehr oder weniger abgeschlossen. Ich habe nicht wirklich zusammengeräumt oder besonders beschönigt für die Bilder (wie es sehr oft wirkt bei Bilder-Geschichten von Tiny Houses), vor allem weil ich tatsächlich hier lebe, und das nicht für eine Ausgabe von “Schöner Wohnen” gedacht ist. Hier ein paar Bilder, um einen ersten Eindruck zu liefern, wie es derzeit in meinem kleinen Häuschen aussieht:

Tiny House innen

Tiny House innen

Man sieht, dass noch einiges zu tun ist (den Tür-Vorhang richtig montieren, eine Badezimmerwand, ein richtiges Waschbecken, eine Küche, die ordentlicher und mehr wie eine Küche aussieht, etc.), Aber es ist ein Anfang. Was sagt ihr dazu?

Scheiße

Nachdem ich zwei Tage hintereinander in meinem neuen kleinen Häuschen geschlafen habe, ist es sehr schnell sehr offensichtlich geworden, was als nächstes zu tun ist, bevor ich richtig einziehen kann: die Komposttoilette. Es gibt zwar ein Haus am Nachbargrundstück, wo ich auch Klo und co. nutzen kann, aber es ist Winter, und da möchte ich den Luxus haben, für manche Dinge nicht vor die Tür gehen zu müssen…

Ich habe am Dachboden meiner Großeltern übrig gebliebenes Holz gefunden, womit ich begonnen habe, eine Holzkiste zu bauen, die meine Toilette werden soll. Den trennenden Toilettensitz der Firma Separett hatte ich bereits vor Monaten bestellt und bekommen.

Also habe ich mal begonnen, die Box für meine Toilette zu bauen. Ich bin mir sicher, dass jeder Tischler die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, wenn er sieht, wie ich das Projekt umgesetzt habe, aber es besonders schön oder besonders “richtig” zu machen war nicht weit oben auf meiner Prioritätenliste. Ich wollte es einfach nur stabil und funktional haben. Also habe ich zunächst mal den Rahmen gebaut:

Rahmen fertiger Rahmen

Danach habe ich die Holzplatten an alle Seiten außer oben angeschraubt. Zuerst hatte ich überlegt, eine Seitentür zum Entleeren zu bauen, habe mich aber dann dagegen entschieden (großteils aus Faulheit), und werde probieren, die Entleerung (Kübel entfernen) nur über die Öffnung an der Oberseite zu machen.

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Die größte Herausforderung war das Loch für das Belüftungsrohr und das Loch für den Toilettensitz. Ich wollte nicht, dass der Sitz herumrutscht, konnte aber das Loch auch nicht zu klein machen, weil sonst der Auffangkübel nicht durchpassen würde. Daher ist es nicht besonders hübsch geworden, funktioniert aber. Das Loch für die Entlüftung habe ich miteinem speziellen Loch-Sägen-Aufsatz für den Akkuschrauber gemacht. Echt cool, wenn man mal weiß, dass es sowas gibt…

Toilettenbox

Uns so sieht sie fertig aus:

20150104 215815-small Komposttoilette

Ich werde euch am Laufenden halten, wie es funktioniert.