Jetzt wirds haarig…

Schon seit längerem war ich nicht besonders glücklich damit, dass ich Shampoo nur in Plastikflaschen und mit allen möglichen mir völlig unbekannten Inhaltsstoffen finden konnte. Deshalb habe ich begonnen, nach Alternativen zu suchen, und begann mir Fragen zu stellen: Wie haben die Menschen früher ihre Haare gewaschen, als es noch kein Shampoo aus dem Supermarkt gab?

Ich habe vor einigen Jahren einen Bericht im Fernsehen gesehen, wo ein Mann in Deutschland seine Haare gesäubert hat, indem er sich “im Dreck gewälzt” hat, wie es die Esel die er betreut hat getan haben. Ich war etwas verwirrt, wie diese Methode mit “Dreck”, Haare SAUBER machen kann, habe dem aber sonst nicht weiter Aufmerksamkeit geschenkt.

Ein bisschen später bin ich – halb aus Zufall – über einen Blogeintrag über die “nur Wasser“-Methode gestolpert, wo erklärt wird, dass das richtige Bürsten der Haare (von allen Seiten vom Ansatz in die Spitzen, zumindest 25 mal für jede Seite) mit einer Wildschweinborstenbürste die Notwendigkeit für das Haarewaschen stark reduzieren kann, wodurch dann nur noch das Waschen mit Wasser notwendig ist.

Als Erweiterung des ersten Artikels, habe ich auch noch einen zweiten gefunden, über ein “selbstgemachtes” Trockenshampoo. Hier wird erklärt, wie man Maisstärke oder Heilerde verwenden kann, um die Haare zu säubern. Einfach trocken auf den Haaransatz und von allen Seiten ausbürsten.

Auch das Säubern der Bürste ist sehr wichtig, weil wenn der alte Dreck drin bleibt, kann der neue Dreck nicht aufgenommen werden. Ich habe noch nicht die perfekte Methode gefunden, aber mit Seife und einer zweiten Bürste, die man aneinanderreibt, funktioniert es schon ganz gut. Ansonsten auch einfach nur mit Seife und der Hand.

Ich habe diese Kombination an Techniken für die Haarpflege nun schon drei Monate ausprobiert, und das kann ich derzeit berichten:

  1. Die Maisstärke scheint wirklich den überschüssigen Talg zu entfernen! – Ja, ich war selbst überrascht!
  2. Ich hatte ein langes Problem mit Schuppen – das ist nun weg! Die Haare vorne sind noch immer eher trocken, aber es wird schrittweise besser. Sogar meine Friseurin hat bemerkt, dass sich die Haare fester und dicker anfühlen.
  3. Es dauer einige Zeit, sich an diese Art der Haarpflege zu gewöhnen. Aber mir ist es die Zeit wert.
  4. Ich habe natürliche Locken, die normalerweise so gut wie verschwunden sind, sobald ich die Haare einmal durchfrisiere, also habe ich ziemlich lange das Bürsten sehr stark vernachlässigt (außer direkt nach dem Haarewaschen), brauche daher aber in Relation mehr Zeit für Haarpflege, jetzt wo ich meine Haare nicht mehr wasche 😉
  5. Das “Problem”, dass meine Locken weg sind nach dem Bürsten habe ich dadurch gelöst, dass ich sie einfach täglich etwas nass mache und lufttrocknen lasse. Dann sind die Locken wieder da.
  6. Es besteht das Risiko, dass man zu viel Maisstärke verwendet (ist mir oft passiert). Mir sind nicht wirklich Vorteile von mehr Stärke aufgefallen, aber einige Nachteile: es dauert eeeewig, das ganze Zeug auszubürsten, es bleibt auf der Haut (speziell den fettigeren Stellen, z.B. hinterm Ohr) kleben, und die Haare sehen eher matt und farbloser aus. Außerdem ist es nicht zu empfehlen, bald darauf die Haare mit Wasser zu waschen, weil wenn noch Stärke im Haar ist, hat es bei mir dazu geführt, dass die Haare so richtig schön zusammenkleben. Die einzige Lösung in dem Fall war es, nochmal – sobald die Haare trocken waren – die Stärke-Prozedur durchzuführen. Also kurz zusammengefasst: VORSICHT MIT DER DOSIERUNG DER MAISSTÄRKE 😉
  7. Ich reinige meine Haare mit der Maisstärke ca. einmal in der Woche, manchmal seltener, aber ich bürste sie sehr gewissenhaft jeden Tag.

Hier ein paar Bilder zu vorher, mittendrin und danach:

fettiges Haar Haare mit Stärke saubere Haare

Fazit: Ich habe noch nicht aufgehört, mit alternativen Methoden zur Haarpflege weiter zu experimentieren, aber ich habe zumindest eine passable erste Richtung gefunden. Es macht für mich einfach mehr Sinn, eine natürlichere Methode zu verwenden, als Chemikalien in Plastikflaschen auf meine Haut und Haare zu schütten.

Was verwendest du als Shampoo-Alternative? Welche Erfahrungen hast du bereits damit gemacht?

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